Zwangsvollstreckungsarten

Das Bundesgesetz betreffend Schuldbetreibung und Konkurs (SchKG) unterscheidet folgende Zwangsvollstreckungsarten:

  • Betreibung auf Pfändung (Einzelexkution ins Vermögen des Schuldner für Geldforderungen)
  • Betreibung auf Pfandverwertung (Verwertung des Pfandes / Gläubiger erhält den Liquidationserlös und für den ungedeckten Teil der Pfandforderung einen Pfandausfallschein, mit dem er [befristet] erleichtert die Forderung auf dem Wege der Betreibung auf Pfändung oder Konkurs durchsetzen kann)
  • Betreibung auf Konkurs (Generalexekution für Geschäftsleute und Handelsgesellschaft im Sinne des OR als Schuldner); das Konkursverfahren wird auch durchgeführt über Vermögen von sich insolvent erklärender natürlicher oder juristischer Personen sowie über ausgeschlagene Verlassenschaften
  • Nachlassverfahren in der Form eines Stundungsvergleichs (Schuldentilgung in aufgeschobenen Etappen), Dividendenvergleich (Zahlung eines Teils der Gläubigerforderungen unter Teilerlass des Rests) oder Vermögensabtretungsvergleich (Schuldner stellt sein Vermögen den Gläubigern zur Verfügung, was einem zu wählenden Liquidatoren [mit mehr Spielraum als der Konkursverwalter] die Gelegenheit gibt, dieses zu versilbern und den Erlös in einem bestimmten Verfahren den Gläubigern auszubezahlen), wobei die Willensbildung entweder in einem sog. aussergerichtlichen (Zustimmung aller Gläubiger) oder in einem gerichtlichen Nachlass (eine Minderheit der Gläubiger wird durch Richterspruch dem Nachlass unterworfen und zum Teilerlass ihrer Forderungen gezwungen) erfolgen kann.

Drittpfänder (das Grundstück bei Übergabe des Schuldbriefes im Grundpfandverhältnis oder der Schuldbrief selbst bei Faustpfandkredit) dürfen nicht im Rahmen des Zwangsvollstreckungsverfahrens gegen den Schuldner liquidiert werden, sondern sind – falls der Drittpfandbesteller nicht durch Ablösung des Kredites im Umfange seines Pfandwertes zuvorkommt – in einer gegen ihn gerichteten Betreibung auf Pfandverwertung zu liquidieren.

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