Freihandverkauf im Zwangsvollstreckungsverfahren

Im Konkurs- und im Nachlassverfahren kann die Kreditgeberin den Konkursverwalter resp. den Liquidator im Nachlassverfahren ermächtigen, das Objekt freihändig zu verkaufen (die Norm-Variante wäre ansonsten die Versteigerung); auch hier stellt meistens die kreditgebende Bank den Makler auf ihre Kosten, ev. zu Lasten des Fruchtertrages in der Zwangsverwertung. Die übrigen Gläubiger sind zur Änderung der Verwertungsart anzuhören und besitzen ein sog. Mehrgebotsrecht, sodass ein Verkauf im voraus nur unter diesem Vorbehalt geschlossen (Vorteil: Bindungswirkung für den Käufer) oder das Kaufsgeschäft erst nach Vorliegen aller Bewilligungen finalisiert werden kann (Nachteil: keine Bindungswirkung für den Käufer während der internen Willensbildung im Zwangsvollstreckungsverfahren). Eine weitere verfahrensrechtliche Einschränkung besteht insofern, als – wie bei der Gant – eine Veräusserung erst im Verfahrensstadium nach Rechtskraft von Kollokationsplan und Lastenverzeichnis möglich ist.

Vgl. dazu Urs Bürgi, Strategien und Probleme bei der Zwangsvollstreckung von verpfändeten Grundstücken, in: Theorie und Praxis der Grundpfandrechte, Berner Bankrechtstag 1996, Bern 1996, S. 159 ff.

Verpfändete Grundstücke in der Betreibung auf Pfändung oder Pfandverwertung können mangels Massenbildung nicht durch den Betreibungsbeamten freihändig verkauft werden; der Verkauf kann aber im Einverständnis mit dem Schuldner und unter Rückzug der Betreibung durch den Gläubiger stattfinden.

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